"Das kann ich alles in Word schreiben?" Ja. Dann sollte es damit auch enden. Mir bitte die Seiten als PDF schicken und dann beginnt meine Arbeit, die Laien nicht einmal bemerken, aber sicherlich spüren werden.
Ein ausgewogener Satzspiegel, harmonische Wortzwischenräume, saubere Trennungen, keine Hurenkinder und Schusterjungen… Das sind übrigens keine Schimpfwörter, sondern typografische Sünden, die Lesefluss und Vertrauen untergraben. Hast du schon mal ein Bild in Word in den Text gesetzt? Das Inhaltsverzeichnis aktualisiert? Spätestens jetzt sollte es professionell weitergehen. Schriftgröße, Zeilenabstand, Satzbreite sind berechnete Ergonomie. Automatische Verzeichnisse, korrektes Farbprofil, Beschnitt und Überfüllungen sind später für den Druck entscheidend, damit deine Lesenden dann den Unterschied merken, auch wenn sie ihn nicht benennen können.
Wissenschaft, Geschichten, Märchen und alles worüber viel gelesen werden kann, wird hier gesetzt.
Für mehrseitige Drucksachen wird ein schönes Layout mit einem passenden Satzspiegel und einem Raster erstellt, die Schriftart und Schriftgröße wird bestimmt, die Zeilenhöhe, Bilder und Grafiken werden im Verhältnis zum Text gesetzt und vieles mehr – so entsteht gutes Editorial Design.
Die Gestaltung von Doppelseiten ist das zentrale Element. Hier wird entschieden, wie Bilder, Texte und Weißräume über einen Bund (die Mitte) hinweg interagieren. Die Kunst besteht darin, die Lesenden zu lenken. Wie kommen sie zurecht? Was sehen sie zuerst? Was danach? Dazu gehören auch Seitenzahlen, Kolumnentitel, Marginalien und ein durchdachtes Inhaltsverzeichnis.
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